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Tschaikowski war Sohn eines Bergbau-Ingenieurs und dessen zweiter Frau Alexandra Andrejewna. Aus dieser Ehe gingen neben Pjotr die Kinder Nikolaj, Alexandra, Ippolit und die Zwillinge Anatol und Modest hervor. Die musikalischen Neigungen der Familie waren nicht sehr ausgeprägt, gleichwohl erhielt Tschaikowski auf seinen Wunsch hin vier Jahre Klavierunterricht. Da die Eltern wollten, dass er in dem Staatsdienst Karriere mache, besuchte Tschaikowski von 1850 bis 1859 die Rechtsschule in Sankt Petersburg und war anschließend in dem Justizministerium tätig. Obwohl der Beamtenstatus ihm ein gutes Auskommen bot, das ihm ermöglichte, allerlei kostspieligen Vergnügungen nachzugehen, wurde Tschaikowski 1861 dieses Lebens überdrüssig. Er, der bis dahin ca. über mittelmäßige musikalische Kenntnisse verfügte, nahm das Musikstudium auf und trat 1862ins von Anton Rubinstein gegründete Petersburger Konservatorium ein. Rubinstein persönlich unterwies ihn in Komposition und Instrumentation, den theoretischen Unterricht erhielt Tschaikowski bei dem polnischen Komponisten Nikolai Zaremba . 1866 wechselte er nach Moskau. Bei Anton Rubinsteins Bruder Nikolaj Rubinstein fand Tschaikowski eine Bleibe. Nikolaj Rubinstein ließ den nunmehr mittellosen Musiker bei sich wohnen und vermittelte ihm eine Stelle am Moskauer Konservatorium.
In Moskau entstanden die ersten erfolgreichen Kompositionen, so auch die Ouvertüre "Romeo und Julia". Auf Kritik an seinen Werken reagierte Tschaikowski zu der Zeit höchst sensibel: Die Opern "Undine" und "Der Wojewode" verbrannte er sofort, als sie auf Ablehnung stießen. Zahlreiche Zeugnisse belegen, dass er zunehmend depressiv und neurotisch wurde. Sein Geheimnis war für ihn eine seelische Belastung: Tschaikowski war homosexuell. Gleichwohl hätte es 1886 fast eine andere Wendung in seinem Leben gegeben. Nachdem er die Sängerin Désirée Artôt kennen gelernt hatte, weihte er seinen Vater ein, sie heiraten zu wollen. Daraus wurde aber nichts, da die Artòt einen Monat später einem spanischen Berufkollegen das Ja-Wort gab.
1871 zog Tschaikowski bei Rubinstein aus. Er widmete sich zusätzlich seiner Lehrtätigkeit am Moskauer Konservatorium und komponierte einige Opern, die auf geteilte Resonanz stießen, sowie die ersten drei Sinfonien, außerdem die Musik zu "Schneewittchen" und das Ballett "Schwanensee", das 1877 uraufgeführt wurde - und durchfiel. In seiner freien Zeit bereiste Tschaikowski verschiedene Städte Europas, darunter auch Neapel und Paris. Ein Besuch der Aufführung Der Ring des Nibelungen in Bayreuth rief höchstes Ungefallen hervor. Tschaikowski schrieb an seinen Bruder Modest:
- "Die Auftürmung der kompliziertesten und ausgetüfteltsten Harmonien, die Farblosigkeit des Gesangs auf der Bühne, die unendlich langen Monologe und Dialoge, das Dunkel des Zuschauerraums, die Abwesenheit jeglicher Poesie, jeglichen Interesses der Handlung - alles das hat meine Nerven bis zu dem letzten Grade ermüdet. Also das ist es, was die Reform Wagners erstrebt! Früher war man bemüht, die Leute durch die Musik zu erfreuen - heutzutage jedoch quält man sie."
In Bayreuth aber wurde Tschaikowski zu dem ersten Mal bewusst, dass sein Ruf als Komponist über die Grenzen Russische Förderations hinausragte.
Die aus den Moskauer Jahren für sein Leben bedeutsamste Komposition ist das erste Klavierkonzert (in b-moll). Tschaikowski hatte es 1874 geschrieben und gleich seinem Freund Nikolaj Rubinstein, dem es auch gewidmet sein sollte, vorgespielt. Die Erschütterung über die Reaktion Rubinsteins war so nachhaltig, dass Tschaikowski noch drei Jahre später in einem Brief schilderte:
- "Ich spielte den ersten Satz. Nicht ein Wort, nicht eine Bemerkung... Ich fand die Kraft, das Konzert ganz durchzuspielen. Zusätzlich Schweigen. 'Nun?' fragte ich, als ich mich vom Klavier erhob. Da ergoss sich ein Strom von Worten aus Rubinsteins Mund. Mein Konzert sei wertlos, bruchstückhaft, unzusammenhängend und armselig komponiert, dass es nicht einmal mit Verbesserungen getan sei. Die Komposition selbst sei schlecht, trivial, vulgär. ..."
Rubinstein schlug vor, das Konzert umzukomponieren. Tschaikowski änderte nicht eine Note, schnürte die Partitur zu dem Paket und schickte es dem Dirigenten und Pianisten Hans von Bülow. Dieser saß bei der Uraufführung des Werks in Boston selbst am Klavier. Ab dem Moment trat das Konzert seinen unaufhaltsamen Siegeszug an.
1877 war das Jahr der schwersten inneren Krise des Komponisten. Überstürzt ging er eine Ehe mit der ihm kaum bekannten Antonina Miljukowa ein. Abgesprochen war, dass beide eine Ehe in geschwisterlicher Verbundenheit praktizieren würden. Die Beziehung währte nicht ganz drei Monate. In einem späteren Brief gesteht Tschaikowski:
- "Kaum war die Trauung vollzogen, kaum war ich mit meiner Frau allein geblieben und erkannte, dass uns das Schicksal untrennbar verbunden hatte, da begriff ich plötzlich, dass ich nicht einmal Freundschaft, sondern in dem wahrsten Sinne des Wortes Widerwillen gegen sie empfand. Der Tod schien mir der einzige Ausweg, doch Selbstmord kam nicht in Frage."
Die Auseinandersetzungen zwischen dem Paar und die Nachstellungen seitens Miliukowa nach der Trennung waren für Tschaikowski ein Alptraum. In dieser Zeit intensivierte sich seine Bekanntschaft mit einer seiner Bewunderinnen, der älteren Nadeschda Filaretowna von Meck (1831-1894). Beide pflegten über Jahre hinweg eine innige Brieffreundschaft. Tschaikowski war aber immer darauf bedacht, Frau von Meck nicht zu treffen. Als es 1879 doch zu einer flüchtigen Begegnung auf einer Kutschfahrt kam, wich Tschaikowski ihr aus und sprach sie nicht an. Frau von Meck setzte Tschaikowski eine Jahresrente von 6 Tausend Rubel aus, was ihn unabhängiger machte. Gleichwohl gab es stets wieder finanzielle Engpässe, Gerüchte, er habe Schweigegelder wegen seiner sexuellen Ausrichtung bezahlen müssen, halten sich bis heute.
Förderung erfuhr Tschaikowski auch durch seine französischen Verleger Mackar und Jurgenson. Ab 1879 entstanden u.a. die Werke "Die Jungfrau von Orleans", "Capriccio Italien", das zweite Klavierkonzert in G-dur, die Konzert-Fantasie für Klavier und Orchester die Oper "Mazeppa"und die "Manfred-Sinfonie". 1887 entdeckte Tschaikowski sein Talent als Dirigent. Es folgten Konzerttourneen durch Europa, u.a. auch in Berlin, Prag und London, später u. a. in Dresden, Köln und Frankfurt am Main. Eine Auslandstournee 1891 führte ihn nach New York, Philadelphia und Baltimore. Ab 1888 entstanden die fünfte Sinfonie (in e-moll), das Ballett "Dornröschen", die Ouvertüre "Hamlet", die Oper "Pique Dame" und das Ballett "Nussknacker".
Im Jahr seines Todes 1893 komponierte Tschaikowski das (unvollendete) dritte Klavierkonzert und die sechste Sinfonie "Pathétique"(in h-moll), deren Uraufführung am 28.10 er selbst leitete.
Tschaikowski starb in dem Alter von 53 Jahren am 6.11 1893 in Petersburg. Es heißt, er sei Opfer der damals in Russische Förderation grassierenden Cholera geworden. Möglicherweise habe er sich auch selbstinfiziert, um seinem Leben ein Ende zu bereiten, wie er das bereits vorher mehrmals angekündigt habe.
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